Veranstaltungsreihe Leipzig

Lernen, was ich will!
Bildung zwischen Selbstoptimierung und Emanzipation

Flyer zum zweiten Teil der Veranstaltungsreihe (ab Mai 2012) hier (Vorder-) und
hier
(Rückseite)

Flyer zum ersten Teil der Veranstaltungsreihe hier (Vorder-) und hier (Rückseite)
(klick mit rechter Maustaste > „Ziel speichern unter“, dann wirds groß und lesbar 🙂 )

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Mittwoch, 11.Juli 2012, 19Uhr, Bäckerei (Josephstraße 12, Leipzig)

Selbstbestimmte Bildung: Risiken und (willkommene) Nebenwirkungen

Abschlussveranstaltung der Veranstaltungsreihe

In sieben Veranstaltungen haben wir ausgelotet, wie sich selbstbestimmtes Lernen im Spannungsfeld von Emanzipation und Selbstoptimierung behauptet. Wir haben Theoretisierungen dieses Feldes diskutiert, uns mit Schlagworten wie Unterwerfung, Subjektivierung, Anpassung aber auch Empowerment, Politisierung, Utopie beschäftigt und die Ambivalenzen im Feld von Bildung und Lernen untersucht. Nicht zuletzt haben wir uns verschiedenste praktische Entwürfe von Lernarrangements angeschaut, die Selbstbestimmung ermöglichen sollen.
Abschließende Klärungen gab es selten, viele Fragen sind offen geblieben. Deshalb wollen wir in unserer Abschlussveranstaltung die vergangenen Veranstaltungen Revue passieren lassen – mit euch, Sekt und Schnittchen. In unserem zu Abschluss der Reihe nun festlichen Salon werden wir die zentralen Fragen des Themas in Erinnerung rufen, Erkenntnisse festhalten und vielleicht den ein oder anderen Ausblick wagen.
Wir freuen uns auf euer zahlreiches in Abendgarderobe gehülltes Erscheinen.
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Bereits gelaufen:

25.10.11, 20 Uhr: Muss ich schon wieder machen, was ich will?

Auftaktveranstaltung der InSeL-Veranstaltungsreihe 2011/2012

Ort: Ziegenledersaal, Neues Seminargebäude, Campus Augustusplatz, Uni Leipzig (neben Stura Räumen)

In den Medien wird eine „neue Lernkultur“ in den „Treibhäusern der Zukunft“, den deutschen Schulen, beschworen. Gegenbild dieser neuen Lernkultur ist die traditionelle Schule mit ihrem Frontalunterricht und ihrem auf Gleichheit ausgerichteten Bildungskanon. Dazu werden Begriffe wie Individualität, Selbstbestimmung und Verschiedenheit bemüht – Begriffe, die auch in der radikalen Schulkritik eine große Rolle spielen. Beginnt hier also endlich, nach einigen Vorübungen an alternativen Schulen, die Revolution im staatlichen Bildungssystem?

Im Zentrum der Veranstaltung soll der Film „Treibhäuser der Zukunft“ (2004) von Reinhard Kahl stehen. Daran werden wir untersuchen, welche politische Funktion das Interesse an der „neuen Lernkultur“ hat und ihre zentralen Begriffe daraufhin überprüfen, ob sie ihr scheinbar gesellschaftskritisches Versprechen einlösen. Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob ein „richtiges Lernen im Falschen“, also kritische Bildung im bestehenden System, überhaupt möglich ist.

Film, Input und Diskussion

15.11.11, 20 Uhr: „Da hab ich die Welt plötzlich mit anderen Augen gesehen“

Widerstand und Bildung

Ort: Projekt- und Hörgalerie „A und V“ (Lützner Straße 30/Leipzig)

Die eigene „Politisierung“ erleben viele als singuläres Moment, als eine spezielle und individuelle Erfahrung, die den Mut und das Selbstvertrauen auslöste, die Zustände zuhinterfragen und verändern zu wollen: Situationen in der Jugendarbeit, die Erfahrungen in der Schüler_innenvertretung, das Engagement im Jugendzentrum, brenzlige Situationen auf einer Demo oder einer Reise, die Selbstorganisation beim Bildungsstreik. Was verbindet diese subjektiven Geschichten?

In den „Politisierungsgeschichten“ geht es um Momente, in denen sich die Beteiligten als Subjekt ihres Lebens erfahren, in denen Strukturen brüchig werden, Momente, in denen die eigenen Spielräume sichtbar werden. Es geht um die Erfahrung, dass das eigene Handeln einen Ausschlag gibt, dass die Welt, wie sie eingerichtet ist, veränderbar ist.

Unsere eigenen Erfahrungen als Ausgangspunkt nehmend werden wir uns fragen, was Bildung ausmacht und welchen Nährboden es braucht, dass Menschen diese Erfahrungen machen können.

Film, Input und Diskussion

13.12.2011, 19Uhr: Wer lernt hier eigentlich von wem?

Zum Zusammenhang von Bildung und der Konstruktion von Kindheit

Ort: Förderpädagogik, Marschnerstraße, Leipzig, Wegbeschreibung hier

Viele institutionalisierte Lernzusammenhänge basieren auf der Differenz zwischen Wissenden und Unwissenden, die durch Lehren auf der einen Seite und Lernen auf der anderen Seite ausgeglichen werden soll. Um Lehren bzw. Lernen zu ermöglichen muss diese Differenz immer erst situativ erzeugt werden: Den Adressaten von Bildungsarbeit/Lehre muss ihr Nicht-Wissen bewiesen werden, ihre Unwissenheit muss hergestellt werden, um sie empfänglich für das Wissen, für ihr Lernen zu machen. Dieser Prozess ist ein gewaltsamer und ist besonders wirksam, wenn er sich an bestehende Herrschaftsverhältnisse wie die Differenz zwischen Erwachsenen und Kindern anlegen kann.

Deshalb stellen wir die Frage, wie unsere Vorstellungen von Lernen durch Adultismus, das Machtverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern, strukturiert sind.

Input und Diskussion

24.01.12, 20 Uhr: Wie können wir zusammen lernen?

Lernen und Rassismus

Ort: Bäckerei, Josephstraße 12, Leipzig

Rassismus ist ein gesellschaftliches Machtverhältnis, das einen Einfluss auf unser  tägliches Leben, sowie auf politische und pädagogische Arbeit hat. Zwischenmenschliches Verhalten, Institutionen und Medien reproduzieren dabei Mechanismen, die Menschen einen Zugang zu (kulturellen, sozialen und materiellen) Ressourcen erschweren oder erleichtern. Wer spricht, über wen gesprochen wird, wer gehört wird und wer nicht, ist abhängig von der Positionierung als weiß oder Schwarz.

In der Veranstaltung werfen wir einen Blick darauf, wie Rassismus als Struktur auf unser Handeln und unsere Möglichkeiten Einfluss nimmt. Dazu diskutieren wir Strategien um sich in einem pädagogischen Rahmen verantwortungsvoll und sensibel mit dem Machtverhältnis auseinanderzusetzen.

Input und Diskussion

Mo 7. Mai 12 – 19Uhr – „Zo11e“ (Zollschuppenstr. 11)
Freiräume I: Engagierte Lehrer/-innen an staatlichen Schulen

Herrschaft und Schule – ein unauflösbarer Zusammenhang?

Das Schulsystem hat die Funktion die Gesellschaft und damit die bestehenden Herrschaftsverhältnisse zu reproduzieren: Es schafft die Grundlagen von sozialer Ungleichheit durch Klassifizierung von Menschen mit Mechanismen wie Leistungsmessung, Benotung und verschiedenen Abschlüssen, aber es reproduziert auch Herrschaftsverhältnisse wie Sexismus, Rassismus oder Adultismus, indem es ein bestimmtes Wissen als wahres vermittelt. Viele, die den Marsch durch die Institutionen angetreten sind um sie zu verändern, haben irgendwann gemerkt, dass die Institutionen durch sie durchmaschiert sind. Deshalb stellt sich die Frage, welche Freiräume es für emanzipatives Lernen an staatlichen Schulen gibt, wo Veränderungspotentiale schlummern und nicht zuletzt, was „kritische Lehrer_innen“ an staatlichen Schulen verändern können.

Mit Vertreter_innen der Kritischen Lehrer_innen (Berlin), der InSeL-Lerngruppe „Referendariat“ und der jungen GEW

Di 22. Mai 2012, 19 Uhr, Bäckerei (Josephstr. 12)

Freiräume II: Demokratische Schulen

Demokratische Schulen – Perspektive für Selbstbestimmte Bildung?

Alle Beteiligten, Schüler_innen wie Lehrer_innen, sollen selbst entscheiden können, „was, wie, wo, wann und mit wem sie lernen“ und an Entscheidungen über Gemeinsames gleichberechtigt beteiligt sein: Das Versprechen demokratischer Schulen mutet utopisch an und steht im Widerspruch zum staatlichen Regelschulsystem.

Doch wie positionieren sich Demokratische Schulen in einer Gesellschaft, die auf Leistung basiert? Sind sie die erhoffte Nische, in der ein besseres Lernen möglich ist? Wo (re)produzieren demokratische Schulen soziale Ungleichheiten? Wo bieten sie Chancen, die an anderen Schulformen nicht existieren?

Mit Vertreten der Alternativschule Berlin und der Freien Schule Leipzig.

Mo, 18.Juni 2012, 19Uhr, Zo11e (Zollschuppenstraße 11)

Freiräume III: Selbstorganisierte Bildungseinrichtungen

Meine Bildung selber machen. Lernen jenseits von staatlicher Anerkennung.

Jenseits der staatlichen Institutionen gibt es verschiedene Projekte, in denen sich Menschen in ihrem Lernen gegenseitig unterstützen wollen. Gemeinsam ist den Projekten die Vorstellung, dass Reflexion in sozialen Zusammenhängen stattfi ndet und einen besonderen Rahmen benötigt, der als Schutzraum, als Raum des Austauschs, der kontinuierlichen Reflexion beschrieben wird.

Mit: Vertreter_innen der Heilpraktikschule in Selbstverwaltung Berlin, des Autodidaktischen Instituts Leipzig, des A-Bildungsnetz Hannover und des Lernbereichs Demokratische Bildung der InSeL

 

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