Lernbereich „Referendariat“

Ziele

Innerhalb der InSeL (Insel für selbstbestimmtes Lernen) haben wir den Forschungs- und Lernbereich „Referendariat an staatlichen Schulen“ gegründet, der uns auf das Referendariat vorbereiten und auch währenddessen unterstützend begleiten soll. Im Referendariat scheint es zum Teil, als ob angehende Lehrer_innen das meiste, was sie sich während des Studiums oder durch außeruniversitäres Engagement angeeignet haben, schnell wieder vergessen und vor allem lernen sollen, sich anzugleichen, um so das Schulsystem vor Veränderung zu „schützen“. Die Lerngruppe bietet uns die Möglichkeit, unsere pädagogischen Vorstellungen und Handlungsweisen unter dem permanenten Druck und Anpassungszwang des Referendariats trotzdem kritisch zu prüfen und nicht aus den Augen zu verlieren. Dabei besteht der Lernbereich nicht nur aus Menschen, die gerade das Referendariat absolvieren, sondern auch aus solchen, die es noch vor sich haben oder anderweitig in Schulen arbeiten. Die Gruppe, welche den gesamten Lernbereich bildet, ist zur Zeit über die Städte Leipzig, Berlin und Hamburg verteilt und wächst ständig. Diese Gruppe trifft sich ca. 4 mal im Jahr, teils auf den Gesamt-InSeL-Treffen, teils separat (nächste Treffen siehe Startseite).

Die Bezugsgruppen

Innerhalb der Lerngruppe hat jede_r eine eigene Bezugsgruppe, bestehend aus den Referendar_innen und anderen Interessierten, die sich räumlich in der Nähe befinden. Mitglieder dieser Gruppe geben sich Rückhalt und bearbeiten durch die Praxis aufgeworfene Fragen. Die Bezugsgruppen treffen sich so oft, wie es die Gruppe für nötig hält, von einmal im Monat bis wöchentlich. Hier sollen alle Beteiligten die Möglichkeit bekommen, sich mit ihren Erwartungen, den Anforderungen des Schulalltags und der Ausbildung am Seminar kritisch und konstruktiv auseinander zusetzen und Erfahrungen sowie das eigene Handeln zu reflektieren. Dabei können das Spannungsfeld zwischen (auch persönlichem) Anspruch und Wirklich thematisiert werden, der Umgang mit Disziplinierung und Leistungsbeurteilung oder Konflikte mit Vorgesetzten. Methodisch arbeitet die Gruppe ihren Bedürfnissen entsprechend, möglich ist z.B. die Kollegiale Beratung, mit der konkrete Probleme und Situationen bearbeitet werden können. Natürlich soll die Bezugsgruppe auch dazu dienen, anfallende Arbeiten zu teilen und sich so gegenseitig zu entlasten. Das kann unter anderem durch den Austausch von Unterrichtsentwürfen und -materialien oder durch die Verbindung zu anderen Bezugsgruppen geschehen.

Im Anschluss an das zweite Staatsexamen folgt eine Reflexionsphase in der Lerngruppe, die sich damit beschäftigt, warum der Vorbereitungsdienst so oder so gelaufen ist, nach welchen pädagogischen Vorstellungen wir in Zukunft arbeiten möchten, wo und ob wir uns im staatlichen Schulsystem sehen und welche Veränderungsmöglichkeiten uns realistisch erscheinen.Die Lerngruppe entscheidet gemeinsam, in welcher Form sie ihr Referendariat an der InSeL beenden möchte. Möglich wären z. B. eine gemeinsame Publikation oder eine öffentliche Veranstaltung.

Damit die Treffen als Entlastung dienen und nicht als zusätzliche Belastung empfunden werden, muss ein Rahmen gewährleistet sein, der einen vertrauensvollen und offenen Umgang miteinander ermöglicht. Dazu sind Kontinuität und Verbindlichkeit eine wichtige Voraussetzung. Wie die gesamte Insel für Selbstbestimmtes Lernen befindet sich unser Konzept noch in der Entwicklungsphase. Der Aufbau und die Selbstorganisation sind Teil unserer Arbeit, natürlich immer im Rahmen des zeitlich Möglichen.

Kontakt

Kontakt zu den bereits bestehenden Bezugsgruppen bekommst du unter ref (ätt) onlineinsel.org. Auch wenn du eine Bezugsgruppe in deiner Stadt gründen möchtest, kannst du dich an uns wenden oder zu einem der überregionalen Treffen kommen. Wir versuchen die Gründung in anderen Städten zu unterstützen.

Die Referendariats-Gruppe in Frankfurt/Main erreichst du unter: ref_ffm (ätt) onlineinsel.org

5 Gedanken zu „Lernbereich „Referendariat“

  1. Hallo Ihr,

    ich bin auch sehr interessiert an diesem Studiengang . Nach 3 Jahren in der außerschulischen Bildungsarbeit möchte ich nun im Sommer ein Referendariat beginnen, habe aber sehr gemischte Gefühle…
    Welche Möglichkeit gibt es, mich während des Refs zu vernetzen, da das ja laut Konzeption erst für das 2. Studienjahr gedacht ist?
    Bitte nehmt mich in Euren Verteiler auf,
    danke, Juliane

    • hallo juliane,

      das ist erstmal das vorläufige konzept. beim treffen in leipzig hat sich aber auch ergeben, dass nicht alle leute ein ganzes jahr vor dem referendariat mit theorie verbringen möchten. im moment sieht es so aus, als ob im januar/februar eine gruppe beginnt, die dann im sommer ein ref an fängt. wir möchten auch gern jahrgangsübergreifend lernen, deshalb wirst auch du wenn du im ref bist einen anknüpfungspunkt haben. aber auch jetzt schon vernetzten wir uns. die insel will ja auch erstmal auf die beine gestellt werden. das nächste treffen, termin kommt noch, ist eine gute gelegenheit mitzumischen.

      liebe grüße,
      lisa

  2. liebe leute,
    ich habe hier schon an mehreren stellen geschrieben, kriege aber nirgendss eine antwort.
    abgesehen davon:
    ich halte an der uni hamburg gerade ein seminar zum thema „kritische bildungstheorie“ ab und wollte euch fragen, ob jemand von euch vielleicht in der letzten sitzung vorbei kommen möchte, um euer projekt kurz vorzustellen? wäre doch für einige vielleicht interessant, oder?
    martin

  3. Pingback: Bezugsgruppe Schulpraxis / Referendariat « Kritische Lehrer_innen

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