Über InSeL

InSeL steht für INsel für SElbstbestimmtes Lernen. InSeL ist ein Lern- und Forschungsraum und ein Lern- und Forschungskollektiv, das sich besonders auseinandersetzt mit Themen wie Lernen, Bildung, Sozialisation, der Konstruktion von Kindheit, Gleichberechtigung, Partizipation und der Kritik der gesellschaftlichen Institutionen wie Schule oder Universität.

Anders als beispielsweise an traditionellen Universitäten entscheiden alle Beteiligten über ihr individuelles Lernen selbst und über gemeinsame Vorhaben gemeinsam. Gleichberechtigung der Akteur_innen ist das angestrebte Ziel in den Entscheidungsprozessen, was Reflexion von unterschiedlichen Positionierungen und Dominanzen erfordert und eine Bereitschaft aller Beteiligten, auch andere Sichtweisen zu hören und gelten zu lassen.

Damit versucht das InSeL einen Raum zu bieten, in dem selbstbestimmt und kooperativ gelernt werden kann und gleichzeitig dieses Lernen, seine Voraussetzungen und Scheiterkriterien reflektiert und gleichberechtigte Wissensproduktion erforscht werden.

Hier findet ihr einen Text, der genauer beschreibt, wie das InSeL aussehen könnte: InSeL – Ein Institut für selbstbestimmte BiLdung

InSeL richtet sich besonders an Menschen, die sich mit Bildungsarbeit – beispielsweise mit Schulen oder politischer Bildung  – beschäftigen wollen, soll aber auch anderen Interessierten offenstehen. Es bietet zwei Studiengänge an: „Demokratische Bildung“ und „Lehramt an staatlichen Schulen“. Genauere Beschreibungen dieser Studiengänge sind im entsprechenden Menüpunkt zu finden. Möglicherweise wird sich das Studienangebot im Laufe der Zeit erweitern. Außerdem wird es für Menschen, die an InSeL-Themen interessiert sind, eine Anlaufstelle bieten und mit Vortrags- und Diskussionsreihen, Gruppentreffen und Publikationen die Debatte um Demokratische Bildung einer Öffentlichkeit zugänglich machen.

——————————————————————————————————————————————

Lernen in Demokratie: Selbstbestimmt und gleichberechtigt

Was Menschen lernen, hängt nicht nur von ihren bisherigen Vorstellungen ab, sondern auch von ihren Wünschen und Interessen. Lernen kann deshalb nicht von außen gesteuert werden. Was eine Person braucht und welcher Lernweg für sie geeignet ist, weiß sie zumeist selbst am besten. Studieren an dem InSeL bedeutet deshalb zuallererst, die eigenen Interessen kennenzulernen und persönliche Schwerpunkte zu finden. Dabei werden Erfahrungen, die im Laufe der eigenen Lernbiographie gemacht wurden, aufgearbeitet.

Lernen ist aber auch ein sozialer Prozess: Menschen lernen voneinander und miteinander, indem sie Reflexionspartner_innen für einander sind, sich austauschen und mitteilen. Um der komplexen Welt gerecht zu werden, sind wir auf andere angewiesen: Sie ermöglichen uns das Einnehmen von vielfältigen Perspektiven und das Betrachten eines Gegenstands von mehreren Seiten. Als Gesprächspartner_innen helfen sie uns, Widersprüche in unseren Theorien zu finden.

Das InSeL versucht ein Raum zu sein, in dem alle Lernenden gleichberechtigt sind. Diese Gleichberechtigung ist kein „Naturzustand“, sondern muss immer wieder aktiv hergestellt werden, da wir durch verschiedenen gesellschaftliche Positionierungen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Privilegien ausgestattet sind: Kategorien wie „Geschlecht“, „Rasse“, Alter, Milieu, sexuelle Orientierung, „Behinderung“ regeln unterschiedliche Zugänge zu Ressourcen. Diese Hierarchien werden im InSeL reflektiert und möglichst aufgebrochen. Auch die Hierarchie von Wissenden und Unwissenden, Lehrenden und Lernenden wird aufgegeben: Im InSeL gibt es keine Professorinnen, Lehrer oder Dozenten.

Dabei muss allen Beteiligten klar sein, dass eine vollständige Gleichberechtigung eine Utopie ist: Sie muss ständig neu verhandelt werden.

Bildung

Wozu nehmen wir uns überhaupt eine gesonderte Zeit, die wir nur dem Lernen widmen? Ist Lernen nicht mit Leben verknüpft? – Das Konzept des InSeLs geht davon aus, dass es notwenig ist, die alltägliche Praxis zu verlassen, um sie kritisch reflektieren zu können. Dieser Vorstellung entspricht der Begriff Bildung: Bildung ist das Lernen, das über die bloße Reproduktion der herrschenden Argumentations- und Deutungsmuster hinausweist. Diese Form von Lernen braucht Freiräume und kann nicht in Lehrplänen und Curricula festgeschrieben werden. Bildung muss ihren eigenen Weg gehen dürfen. Deshalb gibt es im InSeL keine festgelegten Themenkomplexe. Die Lerngruppen und die einzelnen Lernenden entscheiden vor dem Hintergrund eines sich mit jedem Jahrgang erweiternden und präzisierenden Ideenpools ihre Lernvorhaben selbst.

—————————————————————————————————————————

Es gibt mittlerweile Gruppen in vier Städten (Berlin, Leipzig, Hamburg, Frankfurt/Main). Das Konzept des InSeLs geht aber davon aus, dass auch Menschen, die in anderen Städten wohnen, Teilnahme ermöglicht wird.

Advertisements

3 Gedanken zu „Über InSeL

  1. Das hört sich ja schonmal gut an.

    Mich, als überzeugten Post-Strukturalist, interessiert jetzt nun, ob es einen überdeutlichen Einfluss linken, marxistischen Gedankenguts gibt, auch in dem Wissen, dass einige Poststrukturalisten dem Neomarxismus entwachsen sind.

    Lasst uns in (meta-wissenschaftstheoretische) Diskussion treten!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s